Special | Fünfeinhalb Gründe für „Ein Sommer ohne uns“

19. Februar 2016Marie
Willkommen zur der fünften Station unseres kleinen Blogspecials zu „Ein Sommer ohne uns“ von Sabine Both. Nachdem euch die liebe Favola einen Einblick in das Autorenportät von Sabine Both gegebenen hat, der liebe Leselurch Simone die Figuren vorgestellt und die bezaubernde Sandy ihre Lieblingszitate vorgestellt hat, kommen nach buchverliebts Einblicken in eine offene Beziehung, nun meine Fünf(einhalb) Gründe, warum „Ein Sommer ohne uns“ eindeutig in jedes Bücherregal gehört.

Jeder kennt sie, diese amerikanischen Teeniegeschichten, die im Kern doch immer gleich sind und sich um Liebe und Freundschaft drehen. Auch „Ein Sommer ohne uns“ tut das, doch auf eine Art und Weise, die ich so bisher noch nicht erlebt habe. „Ein Sommer ohne uns“ ist mutig, stellt sich gegen den Strom und harrt dort tapfer aus. Es erzählt die Geschichte einer fünfjährigen Beziehung zwischen zwei jungen Menschen, die sich früh gefunden haben, und stellt die Frage, was es sonst noch im Leben gibt. Ob das alles ist. Ob man sein Leben immer mit derselben Person verbringen möchte. In meinen Augen im Bereich Jugendbuch eine wirklich sehr mutige und vor allen Dingen perfekt umgesetzte Idee, die ohne erhobenen Zeigefinger und mit viel Feingefühl daherkommt.

„Ein Sommer ohne uns“ ist kein Sachbuch oder ein Ratgeber, der seinen Lesern vorhält, wie sie ihr

Leben zu leben haben, doch für jugendliche, die an eben dieser Schwelle im Leben stehen, könnte die Geschichte dennoch eine kleine Anregung sein. Ein kleiner Ratschlag unter Freunden oder einfach eine Hilfe, dieses Gefühl zu bekommen, dass man nicht alleine ist und dass jeder diese Zeit irgendwie meistern muss – auf welche Art auch immer. Auch in Sachen Beziehung bietet die Geschichte Stoff zum Nachdenken und lässt den Leser auf sein eigenes Leben reflektieren.

Sabine Boths Worte sind wie kleine Pfeile mit Widerhaken. Blitzschnell treffen sie dorthin, wo sie wollen und lassen sich nur unter Schmerzen wieder herausziehen. Ja, „Ein Sommer unter uns“ ist intensiv, geht unter die Haut und nistet sich dort ein. Es trifft ins Herz und lässt sich nur schwerlich dort wieder entfernen. Es sind eben doch diese kleinen Alltagsgeschichten, die mehr erreichen, als man denken würde. Und genauso ist es mit „Ein Sommer ohne uns“ – die Geschichte wirkt klein, vielleicht sogar unbedeutend, aber sie spiegelt eine Zeit im Leben wieder, die jeder einmal hatte oder haben wird. Das macht sie so besonders und viel packender als jeder actiongeladene Fantasyroman. Das Leben schreibt nun einmal die besten – und manchmal auch die traurigsten – Geschichten.

Zugegeben: Für viele von uns liegt die Zeit der Kindheit und Jugend schon ein wenig zurück, doch vermutlich kann sich noch jeder genau daran erinnern, wie es war, als sich alles gleichzeitig komplett falsch und völlig richtig angefühlt hat. Wie die Dinge sich verändert haben, der Körper zu eng für die Gedanken und Gefühle wurde und der Platz in der Welt, der einem so sicher erschien, plötzlich wackelig wurde. Sabine Both kann all diese Emotionen so extrem gut verpacken, dass es sich anfühlt, als hätte sie einen für einige Stunde wieder zurück in diese Zeit geschickt. Dabei bieten die Figuren Verena und Tom eine gute Projektionsfläche, denn auch wenn sie sympathisch sind und ihre eigenen Persönlichkeiten haben, könnten sie dennoch Du oder Ich sein – eine Tatsache, die es dem Leser einmal mehr erleichtert, mit den beiden mitzufühlen.

Sabine Boths Erzählstil ist kurzsätzig und wirkt beinahe abgehakt. Das ganze Buch wirkt, als würde man durch ein Kaleidoskop sehen und durch das Drehen immer wieder einen anderen Blick auf das Geschehen bekommen. Ständig ändert sich das Bild, die Farben, doch die Grundstimmung bleibt immer gleich: eine poetische Rauheit und eine wunderschöne Melancholie. Sabine Both schreibt sehr feinfühlig, doch durch die kurzen Sätze wird das Buch nie kitschig oder abgedroschen. Eine faszinierende Kombination, die man auch in den Bücher bewundern kann, die sie unter ihrem Pseudonym Franziska Moll geschrieben hat.

Eigentlich sollte das kein Grund sein, das Buch zu lesen, doch das Auge liest eben mit. Ehm, das sollte man wohl erwarten, ihr wisst schon, was ich meine. Mit dem Cover haben die Designer des Loewe Verlags wirklich die Grundstimmung des Buches erfasst und perfekt wiedergegeben. Mit den frischen Farben sticht es definitiv heraus und macht eindeutig Lust auf mehr…

 
Montag, 15. FebruarFavolas Lesestoff – Ein paar Fragen an Sabine Both
Dienstag, 16. Februar Leselurch – Charaktervorstellung
Mittwoch, 17. FebruarNightingale’s Blog – Zitate und Erzählstil/Perspektiven
Donnerstag, 18. Februar Buchverliebt – Thema: offene Beziehung
Freitag, 19. FebruarWortmalerei – Gründe für „Ein Sommer ohne uns
Samstag, 20. Februar – Gewinnspiel auf allen fünf Blogs

Eure Wortmalereien (4)

  • Tine

    19. Februar 2016 at 15:28

    Hey, bisher hatte ich das Buch nie auf dem Schirm, jedoch ab und zu gesehen. Deine 5 Gründe es zu lesen klingen aber echt gut. Also ab auf die Wunschliste damit ;)lg. Tine 🙂

  • Stern44

    19. Februar 2016 at 14:58

    Hallo , Vielen Dank für den tollen und interessanten Beitrag und die Bilder sind sehr schön .Ich wünsche Dir schönes Wochenende .Liebe Grüße Margareta Gebhardtmargareta.gebhardt@gmx.de

  • Jeannine M.

    19. Februar 2016 at 14:46

    Hallo.Vielen Dank für diesen wirklich fantastischen Beitrag. Es hat Spaß gemacht zu lesen. Ich finde, deine Gründe sind sehr aussagekräftig und ich kann dir in allen nur zu stimmen. Es macht es zu etwas Besonderen und interessant. Ich bin sehr gespannt auf das Buch. ;)Liebe Grüße Jeannine M.

  • Anonymous

    19. Februar 2016 at 9:10

    Hi Marie,ich besuche deine Seite immer so gerne – und diese 5 1/2 Gründe zeigen mir mal wieder ganz deutlich wieso das so ist 🙂 Total schön hast du das Buch beschrieben! Und die Bilder dazu – ein Traum. Vielen Dank dafür, denn das Buch spukt mir schon seit Wochen im Kopf herum. Ich muss es lesen!Liebe Grüße,Anna

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