Rezension | Talon – Drachenzeit von Julie Kagawa

25. Oktober 2015Marie
Heyne fliegt | Hardcover | 560 Seiten | €16,99 | Talon | Kaufen?
Einen Sommer lang kann die sechzehnährige Ember ein ganz normales Mädchen sein – Surfen, Smoothies und beste Freundinnen. Doch danach gehört ihr Leben der Organisation Talon, denn Ember ist ein Drache in Menschengestalt und muss nach dem Sommer ihren rechtmäßigen Platz in der Organisation einnehmen und gegen die Krieger des Georgsordens ankämpfen – die Todfeinde der Drachen. Garrett ist einer jener Krieger und soll in Crescent Beach einen Drachen ausfindig machen – und töten. Doch dann lernt er Ember kennen und schon bald steht seine Welt Kopf…

In vielen Fällen sollte man sich nicht von der äußeren Hülle blenden lassen – und das gilt gleichermaßen für mich und die Figuren im Buch. Nach knapp sechshundert Seiten und meinem zweiten Julie Kagawa Buch kann ich es nun offiziell sagen: diese Bücher sind nichts (mehr) für mich. Ob das nun an der Autorin und ihrem Schreibstil oder der Geschichte selbst liegt, kann ich nicht genau sagen, doch „Talon: Drachenzeit“ hat mich ganze fünfhundertsechzig Seiten lang nur gelangweilt. Die Idee ist nicht neu, Drachenmenschen gab es schon bei Sophie Jordan und der Romeo und Julia Grundgedanke hätte mir beinahe des Rest gegeben. In manchen Fällen mag es noch ganz gut funktionieren – in diesem leider nicht. Ember und Garretts Liebesgeschichte wirkte mir zu konstruiert, die Drachenthematik zu unausgereift und gestellt und die Figuren sind platt und blass. 
Traurigerweise hat mich das Buch nicht einmal wirklich genervt, sondern schlichtweg überhaupt nicht erreicht oder interessiert, was in meinen Augen beinahe schlimmer ist. Von der ersten bis zur letzten Seite erzählt Julie Kagawa eine Geschichte ohne Wendungen oder Überraschungen, eine Geschichte, die ich direkt nach dem Lesen wieder vergessen habe und wirklich nicht empfehlen kann. Möglicherweise ist das Buch für jüngere Leser noch interessant und kann vermutlich auch Fans der Autorin begeistern, ich habe Julie Kagawa nun aber erst einmal von meiner Leseliste gestrichen. Nicht allein der Plot, sondern gerade auch der schnörkellose und sehr leichte Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei. Die Geschichte liest sich zwar dementsprechend flüssig, doch das ist auch schon das einzig positive, das ich „Talon“ zuschreiben kann.

Mit den Figuren wurde ich überhaupt nicht warm. Die Geschichte ist abwechselnd aus Embers und Garretts Sicht geschrieben, wobei später noch andere Perspektiven dazu kamen, deren Sinn sich mir nicht unbedingt erschlossen hat und so viele Dinge, die vielleicht noch Überraschungseffekte gehabt haben könnten, schnell klar wurden. Protagonistin Ember wirkt in ihrer Perspektive ganz anders, als aus Garretts Sicht und war mir schnell unsymapthisch. Zwar ist sie mutig, selbstbewusst und frech, doch wirklich authentisch ist sie nicht gezeichnet, wohingegen Garrett durch sein einseitiges Leben noch halbwegs interessant wirkt. Insgesamt ist die Geschichte um Talon, die Drachen und Ember und Garrett einfach zu künstlich und vermisst einen spannenden Plot, sowie ausgereifte und gut gezeichnete Figuren. Julie Kagawa scheint nicht meine Autorin zu sein, denn die Geschichte ist mir – wie auch schon der erste Plötzlich Fee Band – einfach zu blass und langatmig.

Eure Wortmalereien (2)

  • Marysol Fuega

    30. Oktober 2015 at 15:12

    Huhu,eine schöne Rezension, bei der ich gut nachvollziehen kann, wieso dich das Buch nicht erreichen konnte, auch wenn mir das Buch ziemlich gut gefallen hat. Recht hast du aber, dass es nichts besonderes, nichts anderes ist. Die Lovestory kommt so wohl in jedem Buch vor, der Widerstand gegen das "Regime" in jeder Dystopie und Drachen sind auch nicht unbedingt selten. Dazu muss ich aber sagen, dass es mir gefallen hat, wie stark die Charaktere alle sind und Riley finde ich klasse *-*LG, Mary <3http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2015/10/talon-drachenzeit.html

  • Marquess Bramble

    28. Oktober 2015 at 14:29

    Das kann ich nur so unterschreiben. "Plötzlich Fee" konnte mich ebenfalls nicht sehr überzeugen und den letzten Band fand ich einfach nur schlecht. Mich wundert es eh, dass ich überhaupt so weit gekommen bin xD "Talon" war schon so langweilig, es wirkte beinahe inhaltslos auf mich. Die Charaktere fand ich auch flach, wie Marionetten. Der Einzige, den ich noch okay fand, war Riley, das wars dann aber auch.Liebe Grüße,Bramble

Schreibe deine Wortmalerei

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Letzte Wortmalerei

Rezension | Dreams of Gods and Monsters - Zwischen den Welten 03 von Laini Taylor

21. Oktober 2015

Nächste Wortmalerei

Rezension | Zamonien - Entdeckungsreise durch einen phantastischen Kontinent von Walter Moers und Anja Dollinger

25. Oktober 2015