|Rezension| „Soul Beach: Schwarzer Sand“ von Kate Harrison

16. Oktober 2014Marie
| Loewe | Hardcover | 376 Seiten | €18,95 | Amazon |

Triti konnte das virtuelle Strandparadies von Soul Beach mit Alice Hilfe
verlassen, aber Alice Schwester Megan sitzt noch immer hier fest. Und
dann schlägt ihr Mörder erneut zu: Ein weiterer Gast erscheint am
Strand. Und Alice kennt ihn nur allzu gut. Als eine Reise nach Spanien
die Rettung für einen weiteren ihrer Freunde am Soul Beach bedeuten
könnte, setzt Alice sich ins Flugzeug. Doch der Mörder reist mit …
„Schwarzer Sand“ ist der zweite Band der Soul Beach-Trilogie. Der Titel
des ersten Bandes lautet „Frostiges Paradies“. Das Jenseits ist ein
Strand und soziale Netzwerke wie Facebook gibt es auch für Tote. Kate
Harrison erzählt eine Geschichte von Tod und Erlösung und macht daraus
einen brandaktuellen Mystery-Thriller.

Ein Buch macht genau dann alles richtig, wenn man ständig grübelt und überlegt, wer was getan haben könnte und weswegen. Genau dann, wenn alle Figuren einer Geschichte Motive haben könnten und sogar die, die am vertrauenswürdigsten scheinen, irgendwie verdächtig wirken. Und vor allen Dingen genau dann, wenn man trotz aller Grübeleien keine Ahnung hat, was geschehen ist. Der Folgeband „Soul Beach: Schwarzer Sand“ schafft genau das und kreiiert eine nervenzerreißend spannende Atmosphäre, die zu paranoiden Anfällen und Schnappatmung führen kann und den Leser durchweg bei Laune hält. Überraschende Wendungen und Antworten werden immer wieder ins Geschehen eingestreut, jedoch ohne dabei wirklich etwas essenzielles zu verraten und genau deswegen bleibt „Schwarzer Sand“ so spannend, ohne irgendetwas an Geschwindigkeit oder Atmosphäre zu verlieren.

Das liegt natürlich auch an dem unverbrauchten Plot, der einfach gut funktioniert. Die Idee hinter der Geschichte ist einfach erfrischend anders und dabei noch so verschieden auslegbar. Eines der positivsten Dinge der Geschichte ist nämlich, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, wie man das Ganze auflösen könnte – nicht nur, was den Mörder betrifft. Diese Komplexität finde ich einfach faszinierend, denn sie bietet immer wieder neue Wege und Auflösungen, die zu wieder neuen – und vor allen Dingen – unvorhersehbaren Wendungen führen. Hier hat Kate Harrison sicherlich einiges an Potenzial ausgeschöpft, dennoch ist Luft nach Oben vorhanden, sodass ich glaube, dass sie mit dem dritten und letzten Band der Trilogie noch einiges aus der Geschichte herausholen kann.
Neben Plot und Spannung sind aber auch die Figuren definitiv fesselnd. Es gibt so viele verschieden Menschentypen und Charaktereigenschaften, Schicksale und Denkweisen, die dem Leser präsentiert werden, dass das Buch stellenweise sehr gehaltvoll wirkt und vor allen Dingen Nährboden für viele Spekulationen bietet. Allen voran ist da Protagonistin Alice, die durchaus sympathisch ist, meiner Meinung nach stellenweise aber auch etwas blass wirkt, sodass ich das Gefühl habe, dass auch da noch etwas im Busch liegt. Besonders gut gefallen mir Lewis und Cara, wobei ich auch hier bei ersterem irgendwie ein wenig skeptisch bin – wie gesagt, man vertraut tatsächlich kaum einer Figur und vielleicht ist das auch ganz gut so, wenn man am Ende nicht vollkommen geschockt sein möchte. Das wird sich dann wohl erst im letzten Band zeigen!
Insgesamt funktioniert die Geschichte wieder richtig gut und kann mit Detailverliebtheit und viel Atmosphäre, aber natürlich vor allen Dingen mit einem gut durchdachten und durchweg spanneden Plot aufwarten. Zusätzlich ist es faszinierend, wie viele Themen mit reinspielen, die einmal mehr die Vielfalt dieser Reihe aufzeigen, denn hinter den Zeilen steht noch mehr als Mord und Paranoia. So ist es absolut geschickt gemacht, dass neben dem „großen“ Mord an Meggie, auch die Schicksale und Probleme vieler anderer Menschen vom Soul Beach gelöst werden. Diese vielen Handlungsstränge machen das Buch zu jeder Zeit interessant und lassen den Leser mit vielen Fragen zurück, die nur dann und wann (und immer genau zur richtigen Zeit) Antworten erhalten.
Aus dieser Geschichte kommt man so schnell nicht wieder heraus – ob währenddessen oder danach, „Soul Beach: Schwarzer Sand“ bleibt im Kopf und verursacht Lese-Paranoia vom Feinsten. Für Leser des ersten Bandes ist das Buch ein Muss, denn auch im Folgeband geht es spannend weiter – und zwar so, dass trotz rasanter Action kaum etwas verraten wird. Da bleibt viel Potential (aber auch viel Luft nach Oben) für Band 3, den ich kaum erwarten kann. Eins kann man jedenfall sagen: Mit Idee und Umsetzung hat Kate Harrison etwas ganz Frisches, Unverbrauchtes und Originelles erschaffen, dass ich jedem ans Herz legen möchte, der einen guten Jugendthriller mit phantastischen Elementen (?) lesen möchte. Unbedingt (weiter)lesen!

Eure Wortmalereien (2)

  • Maike

    16. Oktober 2014 at 17:49

    Tolle Rezi! Ich liebe die Reihe und bin super gespannt auf den letzten Teil. Ich habe es bei Amazon vorbestellt, aber irgendwie ist es noch nicht angekommen. Ich kann es kaum erwarten :DEndgame habe ich gestern gekauft und bin auch super gespannt drauf. Mal sehen wie du es findest :)Liebe Grüße,Maike von Leidenschaft Lesen

  • Alina

    16. Oktober 2014 at 12:54

    Hallöchen,wow deine Rezi ist wirklich sehr gut gelungen. Und ich finde die Bilder sind sehr schön. Nicht das übliche =)Ja die Reihe steht auch schon ewig auf meiner WuLi…irgendwann schaffe ich es ;)Liebe GrüßeAlina

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