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Rezension | Der Hut des Präsidenten von Antoine Laurain

26. Januar 2016Marie
Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als der Präsident seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf – und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, um seine ganz besondere Wirkung zu entfalten. Ein Roman voller Charme und Überraschungen, über große Ziele und glückliche Wendungen – und was man dafür drauf haben muss.

 

 

Ein Buch in der Hand verleiht dem, der es liest, ein unsagbar gutes Gefühl gegenüber denen, die keines lesen – vor allen Dingen,wenn es ein so kluges, charmantes und unleugbar warmherziges Buch ist, wie „Der Hut des Präsidenten“. Antoine Laurain erzählt mit diesem kleinen, aber feinen Büchlein eine schicksalshafte Geschichte, die mehrere Leben verändert und miteinander verbindet, sodass am Ende aus vielen kleinen Erzählungen eine große wird. Dieser anfangs so mosaikhafte Überblick sorgt dafür, dass das Buch gleichzeitig wunderbar kurzweilig und leicht ist, jedoch auch immer die Neugierde des Lesers aufrecht erhält. Mit dem typisch französischen Charme und einer sprachlichen Leichtfüßigkeit, die die Seiten nur so dahinfliegen lässt, bekommt der Leser eine Geschichte über Hoffnungen, Träume, Vergangenheit und Gegenwart serviert, die einem am Ende ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert.

 

„Die wichtigen Ereignisse unseres Lebens sind immer die Folge einer Verkettung winziger Details.“
Seite 28
 
Die Geschichte um den Hut des Präsidenten beherbergt vier einzelne Schicksale und beleuchtet die Leben vierer Menschen, deren Leben durch den Hut verändert werden. Ob das nun der Hutfinder Daniel Mercier ist, der durch den Hut das Selbstbewusstsein erlangt, im Job aufzusteigen, die hübsche Fanny oder der etwas schrullige Parfumproduzent, der seit Jahren an einer Art Burnout leidet – all diese Menschen werden in kurzen Abschnitten vorgestellt. Hauptfigur ist und bleibt natürlich der Hut, der sich als roter Faden durch das ganze Buch zieht und die einzelnen Leben heimlich und unsichtbar miteinander verflechtet, teils ohne, dass die Figuren das überhaupt wissen. Der kleine Epilog hält hier noch einmal die ein oder andere Überraschung parat – und sorgt für das oben erwähnte Lächeln.
„Er spürte dunkel, dass dem Hut noch etwas vom Präsidenten anhaftete, in einer immateriellen Form, vielleicht als Mikropartikel, aber diesem Etwas wohnte ein Hauch des Schicksals inne.“
Seite 44

 

Eingebettet in die 1980er Jahre spielt auch die politische und kulturelle Situation Frankreichs eine Rolle und wird von vielen Figuren immer wieder aufgegriffen, was der Geschichte einmal mehr Authentizität und eine ganz besondere Aufbruchsstimmung verleiht, die natürlich auch durch den Hut noch einmal unterstrichen wird. Antoine Laurain schafft es mit Leichtigkeit, dem Leser unterschiedliche Figuren innerhalb weniger Seiten sympathisch und bildhaft zu machen und dabei eine fast mystisch anmutende Geschichte zu erzählen, die zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig wirkt. Antoine Laurain gelingt ein modernes Märchen voller Irrungen mit einem skurrilen und ganz besonderen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Für diese schöne, liebevolle, kurzweilige und charmante Geschichte, die gute Laune und Hoffnung macht, kann man vor Antoine Laurain wohl nur noch eins tun: den Hut ziehen! Unbedingt lesen!

Eure Wortmalereien (8)

  • Lola

    25. August 2017 at 11:56

    Es war frage mich, ob ich diese Aufschreibung auf meiner anderen Website verwenden könnte, werde ich es zurück zu Ihrer Website durch.Großer Dank verknüpfen.

  • Monika

    19. April 2017 at 17:01

    Ich bin vor kurzem auf dein Blog gestoßen und habe gelesen. Ich dachte, ich würde meinen ersten Kommentar hinterlassen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer dass ich es genossen habe zu lesen. Schöner Blog. Ich werde diesen Blog sehr oft besuchen.

  • Miranda

    15. November 2016 at 19:48

    Ich denke, dies ist eine informative Post und es ist sehr nützlich und kenntnisreich. Daher möchte ich mich bei Ihnen für die Bemühungen bedanken, die Sie in diesem Artikel gemacht haben.

  • linda

    9. September 2016 at 16:24

    Dies ist sehr pädagogische Inhalte und gut für einen Wechsel geschrieben . Es ist schön zu sehen, dass einige Leute immer noch zu verstehen, wie ein Qualitäts Beitrag zu schreiben

  • Bianca

    27. Januar 2016 at 7:36

    Tolle Rezi und tolle Bilder, da verliebt man sich direkt ein bisschen in das Buch <3

    1. Marie

      27. Januar 2016 at 19:48

      Danke, liebe Bianca 🙂 Ich bin auch ein bisschen (sehr) verliebt in das Buch!

  • Anna von AnnasBuecherstapel.de

    27. Januar 2016 at 7:11

    Hallo Marie,oh das klingt so so… dieses Buch hatte ich so gar nicht auf den Schirm, aber die guten Meinungen, die ich dazu höre, haben es nun auf die Wunschliste katapultiert. :)Du hast eine total tolle Art, deine Rezensionen zu schreiben! Liebe Grüße,Anna

    1. Marie

      27. Januar 2016 at 19:48

      Hallo liebe Anna,hol es ganz schnell wieder von der Wunschliste runter und lies es 🙂 Das Buch hat es wirklich verdient!Danke dir, es freut mich sehr, dass es dir gefällt!Alles Liebe,Marie

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